Nach Johannesburg ging es mit einem 12-stündigen Overnight-Flug, in einer Boeing 747. British Airways war sogar so freundlich, mir ein ganzes Media-Center mitsamt eigenem Bildschirm in den Vordersitz einzubauen (na gut, der Fairness halber haben sie es auch für die anderen Fluggäste getan). Die angebotenen Filme waren sogar aktuell. Monuments Men war toll, man hätte allerdings während des Films die 4 Turbinen ausschalten können. Die bereitgestellten Kopfhörer geben zwar den Filmton von sich, allerdings sehen sie ihre Aufgabe nicht darin, die Töne von außerhalb fern zu halten. Na wenigstens habe ich die deutschsprachigen Passagen mitbekommen – denn die waren englisch untertitelt.

In der Hoffnung, dass meine Ohren die Turbinen schon irgendwann von selbst „ausschalten“, startete ich den Film „Transcendence“. Ich hatte eh nix besseres zu tun in den nächsten 10 Stunden. Allerdings kann ich mich nur noch an einen Mix aus Halbschlaf und Turbinen-Gestöhne erinnern.

Bord-Frühstück um 6 Uhr: English breakfast or omelet? Vor diese schwierige Frage sah ich mich vom Steward gestellt. Ich entschied mich aufgrund der frühen, ernüchternden Stunde freundlich gegen das English Breakfast und erwartete ein magenschonendes Omelett … das jedoch ertrunken wurde in Bohnen und Pilzen. Da hatte mich der britische Humor wieder eingeholt. Der nette Herr hätte mich auch fragen können: English Breakfast or an English Breakfast? Scherzkeks … dabei war gar kein schlechtes Wetter, hier oben über Afrika.

Landung in Johannesburg um 9 Uhr – Flugkilometer gesamt: 10.000

Der erste Eindruck: 20 Minuten warten im Flugzeug, da Terminal-Zugang und Flugzeugtür kein Plug- & Play unterstützten. „Umparken“ mussten wir aber nicht. Das Flugzeug war zum Glück ein „Viertürer“ und der Hinterausgang hatte die richtigen Treiber geladen.

Juhu, deutlich weniger Schilder, glücklicherweise immer noch hilfreich bunt! Aber was bitteschön sind Domestic Flights? Memo an mein übermächtiges Sprachwissen-Ego: nächstes Mal vorher das Google Translator App ziehen – mitsamt Offline-Wortschatz Englisch+Deutsch.

Ich stellte mich einfach in die Schlange mit dem Schild „International Transfers“, die sich entlang eines langen grauen Gangs mit unabsehbarem Ende erstreckte. Das wird schon passen.

Spannende 2 Stunden später erfuhr ich zwar, dass ich richtig stand (nämlich zur Pass- & Gepäckkontrolle), doch den Preis in der Kategorie „Bestes Anstehen“ muss wohl jemand anderes gewonnen haben. Und dabei hatte ich mich so bemüht.

Erfreulicherweise entpuppte sich der graue, kühle Gang dann noch zu einem sehr schön anzuschauenden Flughafen mit schöner Aussicht und vielen angenehmen Nicht-Steh- & Nicht-Ansteh-Gelegenheiten. Und mit vielen bunten, touristengerechten Einkaufsläden … bäh, ich hasse Kitsch und Plunderkram – vor allem touristengerechten! Erinnerungen sollte man im Kopf aufbewahren, nicht als Staubfänger in der Wohnung.

Nun war ich nur noch 1,5 Stunde von Windhoek entfernt.

Noch ein Musik-Tipp, aber nur des Titels, nicht des Liedes wegen: The Chemical Brothers – It began in Africa

Kategorien:  🌎 Runde 1

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