Jedem Reisenden kann ich nur wärmstens empfehlen, Hostels zu besuchen. Man lernt sehr viele Menschen kennen, jeden Alters, aus allen Berufen, aus allen Ländern.

Hier im Hostel stechen jedoch einige Berufsgruppen hervor, woran sich meist auch der Grund des Besuchs ausmachen lässt:

  • Piloten – wollen ihre Lizenz Aufrecht erhalten, Erfahrungen sammeln und zugleich Urlaub machen und fliegen daher Touristen umher
  • junge Lehrerinnen/Erzieherinnen – gehen während oder nach ihrer Ausbildung zumeist ein Volontariat an
  • „Halbanwälte“ – studieren in Südafrika und sind aufgrund des Spring Break auf Party-Tour – zumeist (ich hoffe, die Einschränkung bewahrt mich vor einstweiligen Verfügungen)

Und dann gibt es da noch die Dauer-Reisenden. Sie haben ihren Job quittiert und bereisen die Welt. Interessanterweise befinden sich einige Software-Entwickler darunter – eine Kausa zum Dauer-Reisen möchte ich jedoch nicht herstellen. Die Dauer-Reisenden haben viele interessanteste Geschichten zu erzählen.

Einer dieser Dauer-Reisenden ist Klaus. Er ist mir in den letzten 2 Wochen zu einem Freund geworden. Er stammt aus Cottbus, ist 45 Jahre alt, ist ein sehr angenehmer, selbstloser und minimalistisch lebender Mensch. Er hat seinen Job beim DLR in Stuttgart vor 2 Jahren an den Nagel gehängt und bereist seitdem Südafrika und Namibia – zumeist mit seinem Fahrrad. Schon davor bereiste er viele Länder, hat viel Interessantes in Neuseeland und Indien erlebt.

Klaus kocht gerne – auch gerne für mehrere Leute. Er hat immerhin einige Jahre Erfahrung im „Kochen auf Reisen“. Ich versuche, mir ein paar Koch-Tipps abzuschauen. Das Gefühl, mich durchzuschnorren, versuche ich durch Zutaten einkaufen und Geschirr-Abspülen zu lindern. Aber Klaus macht es mir schwer, er kocht lecker:

DSC00103

Wo wir schon beim Essen sind: In Südafrika und Namibia ist Fleisch wohl das Hauptnahrungsmittel, jeden zweiten Abend gibt es ein Barbecue, oder wie es auf Afrikaans heißt „Braai“. Jemand sagte mal im Scherz zu mir: „Hier in Namibia wurden schon viele Leute entvegetarisiert!“

Das Braai wird im Hostel meist initiiert von einem hier urlaubenden südafrikanischen Pärchen. Zu Hause machen sie wohl fast jeden Abend Braai. Das Braai’en wird dabei nicht als bloßes Grillen von Fleisch angesehen. Es ist mehr eine Art gemütliches Zusammensein am offenen Feuer, ein Versammeln von Freunden und Familie. Die Feuerstellen sind meist sogar zentraler Bestandteil südafrikanischer Häuser, also im Haus! Diese schöne Tradition werde ich in meine Plattenbau-Wohnung mitnehmen.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.