Ich unternehme einen Tagesausflug nach Ottawa, der Hauptstadt Kanadas.

Das verregnete Wetter zwingt mich jedoch zu einer Museums-Tour.

Im Historischen Museum werden ein paar Ureinwohner-Kopien ausgestellt, ich darf eine Briefmarkensammlung bestaunen und bekomme bestätigt, dass Kanada Eishockey-verrückt ist. Die großflächige Ausstellung zur 150-jährigen Staats-Geschichte wird erst am 1. Juli, dem Jubiläumstag, eröffnet.

Die Ausstellungen sind zusammenhanglos. Der Museumsbesuch ist reichlich enttäuschend. Vielleicht ist das Kriegsmuseum ja informativer, auch wenn mir ein Museum suspekt ist, das Krieg zum Thema hat.

Doch Geschichte wird nun Mal durch Kriege geprägt. Und so erfahre ich im Kriegsmuseum deutlich mehr über die Geschichte Kanadas als im Historischen Museum, von den Kämpfen der französischen und englischen Siedler gegen die Ureinwohner, über die Amerikanische Revolution bis hin zum militärischen Beistand der britischen Truppen im Burenkrieg, in den Weltkriegen und im Koreakrieg.

Auf der Rückfahrt nach Montréal spüre ich erneut den Übergang in die französischsprachige Region Quebec. Wird in Ottawa noch mehrheitlich Englisch gesprochen, überwiegt in Montréal die französische Sprache.

Sah ich in Toronto noch an jeder Ecke einen Mini-Supermarkt der Weltmarke „Seven Eleven“, gibt es in Montréal eine Vielzahl an überschaubaren Tante Emma-Läden mit dem Namen „Depanneur“.

Auch die Straßenschilder passen sich der Region an. Sind in Ottawa die Schilder noch englischsprachig …

… sprechen die Schilder in Montréal Französisch:

Nun liegt Montréal noch am Übergang der Provinzen Ontario und Québec. Die meisten Einwohner, die ich kennen lernte, beherrschen beide Sprachen und waren auch gewillt, beide Sprachen zu sprechen. Über die Begrüßung mit „Bonjour“ oder aber „Hi“ kann ich die Tonspur meines Gegenübers auswählen.

In Montréal wird einem besonders klar, wie bilingual Kanada ist. Ich bin gespannt, ob mich in der Stadt Québec die gleiche Erfahrung erwartet.

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1 Kommentar

Marcus · 16. April 2018 um 10:54

> Über die Begrüßung mit „Bonjour“ oder aber „Hi“ kann ich die Tonspur meines Gegenübers auswählen.
Besser hätte es Bodo Wartke auch nicht formulieren können :-)))

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