Maas ist ein netter Kerl. Er ist der Frühstückskellner. Wir haben die letzten 3 Tage nett geplaudert. Er erzählt von seinem besten Freund in Deutschland, der jedes Jahr zu Besuch kommt. Ich hab das Gefühl, jeder Afrikaner hat Freunde in Deutschland.

Und jetzt verstehe ich auch, warum ich manchmal nichts verstehe. Neben der Amtssprache Französisch sprechen die Senegalesen noch eine eigene Sprache, Wolof. Maas brachte mir ein paar Worte bei:

  • Nangadef – Guten Tag.
  • Djaredef – Danke.

Viel mehr habe ich die letzten beiden Tage jedoch nicht tun können. Die Erkältung hat mich voll im Griff, mit dicken Kopfschmerzen und Schnupfen. Ich hatte nicht mal Muße Blog-Artikel zu schreiben.

Aber zumindest kann ich essen. Die senegalesische Küche ist französisch geprägt. Zum Frühstück gibt’s Baguettes & Croissants. Auch Madeleines gibt’s im Laden zu kaufen. Die senegalesischen Hauptspeisen sind sonst eher fischgeprägt. Da ich Fische lieber schwimmend mag, habe ich sie gemieden. Als Ersatz esse ich lieber schlechte Burger und Pommes.

Ich habe beim ins Restaurant-Gehen wieder mit den Wachmännern gequatscht. Die sind jedem dankbar, der mit ihnen redet. Mir hilft das beim Französisch-Üben. Es ist nur echt schwierig, ein Gespräch zu führen, wenn man nicht mal die Hälfte versteht! Besonders, wenn man bei einem Satz als Einziges das Heben der Stimme am Satzende versteht. Dann weiß ich: „Aha, er hat dir eine Frage gestellt. Jetzt lass dir mal schnell eine passende Antwort einfallen.“ Na ja, viel schlimmer können meine Kopfschmerzen nicht werden.

Da ich nur noch den morgigen Tag habe, will mich der Nachtschicht-Wachmann den Tag in Dakar herumführen. Das hat die Tagschicht beim Wechsel mit der Nachtschicht ausgehandelt. Ich bin etwas skeptisch. Will er an seine Nachtschicht wirklich noch eine „Tagschicht“ mit mir dranhängen? Er will mir seine Telefonnummer geben. Wie soll ich ihn anrufen? Hab keine senegalesische SIM-Karte! Oder hab ich wieder irgendwas falsch verstanden?

Mit der Nachtschicht habe ich auch ein bisschen über’s Reisen und nötige Visa gesprochen. Was ich verstanden habe: In Senegal brauchst du für ein Visa Geld und/oder eine Einladung aus dem Reiseland, z.B. von einem Verwandten. Ich hab versucht ihm klar zu machen, dass ich das ungerecht finde. Ich kann mit dem deutschen Pass fast überall hin reisen ohne Visa. Er meint, das ist mit nem afrikanischen Pass nun mal so.

Der Wachmänner haben echt Lust aufs Quatschen. Ich bekomme mich kaum losgerissen. Ich habe gelesen, dass die Senegalesen viel und gerne reden. Anscheinend ist das wahr.

Viel mehr als diese Gespräche erlebe ich in Dakar leider nicht. Ich kuriere meine Erkältung aus und hoffe wenigstens bis Gabun wieder fit zu sein. Im Fernsehen kommen bereits Vorberichte zur Fußball-Afrikameisterschaft (CAN). Ich freue mich schon darauf. Es folgt der Film „Das Fünfte Element“ – auf Französisch. Auf Deutsch wirkt Bruce Willis irgendwie härter.


1 Kommentar

Nicht mehr zuständige Projektgruppenleiter · 27. Januar 2017 um 14:26

Ich empfehle dir deine Eukalyptus-Bonbons einzunehmen. Die helfen doch gegen alles. Oder sind die schon aufgebraucht?
Dann schicke ich n care-Paket.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.