Ich habe wohl einer der Rezeptionistinnen eine Pizza versprochen. Beim Auschecken erinnert sie mich daran. Verdammt, das hatte ich vollkommen vergessen.

Ich hatte ihr vor ein paar Tagen vorgeschwärmt, wie klasse die Pizza im Restaurant „Tivoli“ doch ist. Die Pizza Peperoni war echt lecker, obwohl – oder gerade weil – sie gar keine Peperoni enthielt. Der Pizzateig war selbstgemacht und belegt mit Schinken, Paprika und lecker Käse. Eine der besten Pizzen, die ich bisher gegessen habe.

Tja, Versprechen muss man halten. Ich gehe zum Tivoli und kaufe 2 Pizzen, eine für mich, eine für sie. Sie dankt mir überschwänglich und verteilt ihre Pizza an die Kollegen. Für die Cola, die ich bei ihr an der Hotel-Rezeption bestelle, knöpft sie mir trotzdem Geld ab … mit Fingerzeig auf die Überwachungskamera. Ich winke übereifrig in selbige Richtung.

Auf der Fahrt zum Flughafen rede ich mit dem Taxifahrer übers Ausscheiden der Nationalmannschaft. Er erzählt mir, Aubameyang hat sich dafür beim Präsidenten entschuldigt. Der Taxifahrer sieht die Mannschaft nicht ausreichend motiviert. Die politische und wirtschaftliche Situation in Gabun sei dabei wohl entscheidend. Eine teure Afrikameisterschaft in Krisenzeiten erzeuge viel Unmut – und Unsicherheit bei der Nationalmannschaft.

Nach knapp 2 Wochen verlasse ich Gabun. Was habe ich an Erfahrungen mitgenommen?

  • Gabun ist touristisch wenig erschlossen und aufgeschlossen: Hier muss Vieles kompliziert organisiert und erfragt werden.
  • Französisch ist Pflicht: Urlaub machen hier meist nur Französisch-Sprachler. Mit Englisch kommt man nicht weit. Mein Französisch war ausreichend um „zu überleben“, genügte aber nicht, um Land und Leute kennenzulernen.
  • Der Nationalpark Lopé und das Hotel Lopé sind absolut wunderbar. Nur deshalb nach Gabun zu fahren, wäre aber wohl übertrieben. Aber Gabun bietet ja auch noch viele andere Nationalparks. Wären nur Punkt 1 und 2 nicht…
  • Pointe Denis ist ebenfalls ein schöner Ort zum Verweilen, sofern man 2 Wochen nur am Strand liegen mag.

Als ich ins Flugzeug nach Johannesburg einsteige, werde ich auf Englisch begrüßt. Im Flugzeug sprechen viele Mitgeflogene Englisch. Ich freue mich wie ein Kleinkind. Nach vier Wochen „fremder“ Sprachen endlich wieder eine Sprache, die ich sprechen und verstehen kann. Auch deswegen freue ich mich auf Südafrika.

Ich bin regelrecht erleichtert, nicht mehr Französisch sprechen zu müssen. Je suis desolé, Madame Gärtner. Ich bin das Französische einfach nicht gewohnt. Da helfen drei Wochen kaltes Wasser wenig. Trotzdem bin ich noch im Französisch-Modus und sage „Merci“ zu den Stewardessen. Aber das renkt sich schon noch ein. For sure!

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