Früh morgens um 5 Uhr landet man mich am Flughafen Johannesburg. Ich habe kaum geschlafen.

Zeitzone: South Africa Standard Time (SAST) = MEZ + 1h Flugkilometer: 12.081

Johannesburg begrüßt mich mit Regen und „kühlen“ 16° C. Nach der Hitze in Gabun ist das recht angenehm.

Ich steige in den Schnellzug und fahre zum Stadtzentrum. Von hier aus sind es knapp 3km bis zum Hostel. Da ich in meiner Müdigkeit die Funktionsweise der Regionalbahn und der Mini-Busse nicht verstehe und ich auch keinen Taxi-Stand finde, gehe ich zu Fuß zum Hostel. So bekomme ich wenigstens einen Eindruck vom Stadtzentrum Johannesburgs und der morgendlichen Rush Hour.

Im 6-Mann-Hostel-Zimmer angekommen begrüßt mich ein freudig überdrehter Uruguayer. Er singt und quillt über vor positiver Energie und Ideen. Er ist 41, fühlt sich jedoch wie 20 und lebt auch so – was immer das heißen mag. Ein verrückter aber liebenswerter Vogel, der sich bereits im ganzen Hostel einen Namen gemacht hat.

Später stoßen noch 3 weitere Zimmerkameraden dazu. Wir kommen auf das Thema Gewalt und Diebstahl. Johannesburg gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Vor fast jedem Laden gibt es Sicherheitspersonal und Schutzgitter, ein Hinweisschild in unserem Zimmer warnt vor der benachbarten Parallel-Straße und vor zu viel mitgeführtem Geld. Sogar Handy und Pass solle man doch im Hostel lassen. Die Zimmerkameraden schildern ihre Beinahe- und Dritt-Erfahrungen. Nicht Mal um die Ecke zum Supermarkt soll man gehen können. Am besten soll man überall nur mit dem Taxi hinfahren.

Als ich erzähle, bei der Anreise mit vollem Gepäck 3km durch Johannesburg gelaufen zu sein, schauen sie mich erschrocken an und bezeichnen es als äußerst glücklich, dass mir nichts passiert ist – trotz helllichtem Tag und „Wandergebiet Stadtzentrum“.

Die Sicherheitslage in Johannesburg ist sicherlich bedenklich, allerdings schwingt bei der Mundpropaganda auch viel Hysterie mit – wie so oft beim Thema Sicherheit. Für mich unerfahrenen Touristen ist die Lage dadurch noch schwerer einzuschätzen. Soll ich mich im Hostel verstecken und meine Zeit „absitzen“? Oder zu Unvorsicht neigen bis mir die Grenzen aufgezeigt werden? Welche Stadtgebiete sind unsicher? Zu welcher Uhrzeit? All diese Fragen werde ich in den nächsten Tagen wohl vorsichtig ausloten müssen.

Übrigens: Die Frage, warum trotz der bedenklichen Sicherheitslage so viele Touristen nach Südafrika kommen, kann mir keiner der Mitdiskutierenden beantworten. Nur in Einem ist man sich einig: Außerhalb der großen Städte, besonders entlang der Küste, ist es sicher.

Nun zu etwas ganz anderem: Heute gibt es im Hostel Braai! Endlich wieder Braai! Das hat mir schon 2014 in Namibia sehr gefallen. Grillen können die Südafrikaner – auch wenn’s schwer im Magen liegt.

Etwas verunsichert, aber sehr satt und müde gehe ich ins Bett.


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