Ich habe gestern einen Ruhetag eingelegt und meinen Muskelkater gestreichelt. Denn heute muss ich wieder fit sein. Ich habe eine lange Fahrt vor mir, nach Port St. John’s an die Wild Coast.

Autofahren in Südafrika ist eigentlich sehr angenehm. Die Autobahnen und Bundesstraßen sind sehr lang und breit. Man hat viel Zeit, die Landschaft zu genießen.

So habe ich auch endlich verstanden, wie das Prinzip Minibus funktioniert:

  • Ein Minibus ist ein VW Bus mit 12 Sitzplätzen, nur meist von Toyota.
  • Der Minibus fährt eine bestimmte Strecke rauf und runter. Die Strecke steht jedoch nicht dran.
  • Wenn der Minibus noch einen Platz frei hat, hupt er herumstehende oder vorbeilaufende Menschen an.
  • Durch spezielle Handzeichen für „Stadtzentrum“, „Flughafen“ usw. macht man dem Fahrer begreiflich, in welche Richtung man will. Hält er, so darf man sich glücklich schätzen und kommt seinem Ziel ein Stück näher.

Auch in ländlichen Gegenden gibt es viele solcher Minibusse. Die Handzeichen entfallen hier, da es meist nur eine Straße gibt. Ein interessantes und sehr häufig genutztes Nahverkehrsmittel. Deshalb habe ich bisher so wenige Taxis gesehen.

Das GPS-Gerät will mir etwas Abwechslung verschaffen und lässt mich von der eintönigen Autobahn abbiegen. Es schickt mich auf kleineren Straßen die Berge hoch & runter. Ich habe Sorge, ob der schwache Motor durchhält. Doch das „Bergklima“ sorgt für ordentlich Abkühlung:

Regen und Nebel lenken meine Konzentration nun wieder mehr auf das Fahren. Hinzu kommen unklare Geschwindigkeitslimits, jede Menge Bremsschwellen, fiese Schlaglöcher und am Straßenrand stehende Säugetiere jeglicher Art.

Nach 10 Stunden Fahrt habe ich mein Ziel fast erreicht. Die Dämmerung bricht herein. Auf der Suche nach meinem Hostel schlängle ich mich durch die Straßen der kleinen Küstenstadt Port St. John’s. Plötzlich erscheint vor mir eine unangekündigte Bremsschwelle. Ein Prachtexemplar, das geradezu zum Bremsen einlädt. Dafür ist es jedoch zu spät. Ich fliege drüber und setze hörbar mit der Frontschürze auf. Argh!

Am Auto ist noch alles dran. Auf den ersten Blick ist nichts zu erkennen. Unter der Frontschürze ertaste ich jedoch deutliche Kratzer. Na mal schauen, was der Autoverleih dazu sagt. So eine Komplettversicherung wird ja selten ihrem Namen gerecht.

Geschafft und genervt komme ich im Hostel an. Auf dem Weg in mein Zimmer bilde ich mir ein, dass ein Esel neben mir auf der Veranda steht. Egal! Heute Abend lockt mich nichts und niemand mehr aus meinem Zimmer.


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